Kompositionswettbewerb: Die Sieger-Musik kommt nach Deutschland

„Creative positivity“. Das ist die Überschrift eines Kompositionswettbewerbs, den die in London lebende Geigerin Ada Witczyk im Sommer ins Leben gerufen hat und an dem es eine sehr hohe Beteiligung gab. Für Barockvioline und Cembalo ist neue Musik entstanden: Samuel Howley, Erik Valdemar Sköld und Oscar Tysoe haben sie geschrieben. Sie sind die Sieger des Wettbewerbs, Massimo De Lillo hat eine ehrende Erwähnung erhalten.

Sowohl in Großbritannien als auch in Deutschland gelten jetzt wieder „Lockdowns“. Das öffentliche Leben wird bis auf Ausnahmen herunter gefahren. Musiker, Künstler, Autoren, Schauspieler, Kinobetreiber, Theater, Gastwirte und Hoteliers sind davon betroffen. Für die einen wie die anderen ist das ein existenzieller Eingriff in ihre Leben.

Hier setzt Ada Witczyk mit ihrer Idee an. „Creative positivity“ schiebt die vielen offenen Fragen nicht nur für einen Moment beiseite, sondern setzt dem „pandemischen Gefühl“, in dem wir nahezu alle stecken, etwas anderes entgegen. So, wie es der Dirigent Kent Nagano ausgedrückt hat:

Durch Musik können wir immer Hoffnung haben.“

Nun will Ada Witczyk will mit ihrer Cembalistin zu Konzerten nach Deutschland kommen.

Wollen Sie mit Ihrem Saal, Ihrem Veranstaltungsort dabei sein? Gibt es dort ein Cembalo? Die Konzerte sollen im Frühjahr 2021 stattfinden.

Ein möglicher Konzertort: Die Hauptkirche St. Katharinen in Hamburg. Foto: fbt

Veranstalter, die sich beteiligen wollen, melden sich bei mir: Frank Berno Timm, Hamburg, unter Mail: timm at wortvision.de. Ich werde den Kontakt mit Ada Witczyk koordinieren.

Das Projekt ist schon weit gekommen.

Der Wettbewerb hatte im Juli 2020 begonnen. Innerhalb kurzer Zeit ging neue Musik ein: In einer Mail im Sommer schrieb Ada, es gebe Arbeiten aus den USA, Peru, Mexiko und Israel. „Wir arbeiten hart, mehr Aufmerksamkeit und Partner zu gewinnen, damit wir die Pandemie mit positiver Kreativität bekämpfen können“.

Anfang September wurde der Wettbewerb geschlossen, eingegangen waren über 30 Einsendungen aus 14 Ländern. „Die freundlichen Worte und liebenswürdigen Kommentare, die mich während der letzten zwei Monate erreicht haben, gaben mir tatsächlich die Energie, weiter zu arbeiten“, schrieb sie nach Ende des Wettbewerbs. „Ich hoffe, Ihr fühlt Euch auch als eine große, musikalische Familie, die etwas Einzigartiges erreicht hat und dass gerade Musik in schwierigen Zeiten beweist, dass sie das Beste aus den Menschen herausholt“.

Der völlig andere Umgang mit der Pandemie ist nicht ohne Reiz. Es bleibt nicht bei der – gewiss notwendigen – Kritik am Umgang mit dieser Krankheit, bei der Betroffenheit über die Folgen, die weit über die eigentliche Pandemie hinausgehen, sondern Komponisten und Musiker (aller Geschlechter) tun, was sie am besten können: Sie machen einfach Musik, sie entwickeln neue Ideen.

Auch wenn es jetzt mehr als unsicher ist, wie es mit der Kultur, mit der Musik, überhaupt mit unser aller Leben weitergeht: Die Idee, mit der „Competition“ nach Deutschland zu kommen, sollte gelingen.