Bauen in Hamburg

Ich habe mal ein paar Bilder und kleine Texte zusammengetragen, die sich in den letzten Monaten zum Thema Architektur in Hamburg angesammelt haben. Eine grundsätzliche Auseinandersetzung ist das gewiss noch nicht - aber das kann noch kommen.

Die Grindelhochhäuser, ein Dutzend in der Nähe der Innenstadt, überraschten mich schon: Wohnungen für über 3.000 Menschen auf relativ wenig Platz, mit viel Grün mitten in der Stadt, jedenfalls beinah. Dann: Chilehaus, Innenstadtprojekte, Hafencity - an vielen Plätzen Hamburgs findet sich interessante Architektur.

 

Hamburger Schaufenster

Das Bieber-Haus hinter dem Hamburger Hauptbahnhof soll der neue Sitz des Ohnsorg-Theaters werden. Das Haus entstand 1908/1910.

 Klinkerbauten in Hamburg

Der Gänsemarkt ist der Ort, an dem sich das ehemalige Gebäude der Finanzdeputation findet. Das Schild am Haus teilt mit, Franz Schumacher habe es 1918-26 errichtet. Im Kern Stahlbetonskelett, greift es Merkmale der Hamburger Kontorhäuser auf. Der Keramikschmuck stammt von Richard Kuöhl - zusammen mit dem gegenüber liegenden Deutschlandhaus von Block & Hochfeld (1929) wird hier die Ausbaugrenze der Innenstadt vor dem Zweiten Weltkrieg markiert. Mehr Bilder dazu hier.


Ein Blick auf die ersten Wohnhochhäuser
in Westdeutschland nach dem Krieg

Es gibt eine Menge Websites zu diesem ersten Hochhausprojekt in Westdeutschland nach dem Krieg. Was erst als Quartier für die bristischen Soldaten gedacht war, entwickelte sich zu einem interessanten Großprojekt. Bilder dieser Häuser habe ich schon eine ganze Reihe. . .

Hier ein paar Stichworte zur Geschichte und Bauweise:

Die Hochhäuser entstehen in einem Viertel, das im II. Weltkrieg stark zerstört worden war. Architekten waren Bernhard Hemkes, Rudolf Jäger (Hopp & Jäger), Rudolf Lodders, Heinz Jürgen Ruscheweyh, Albrecht Sande, Ferdinand Strab, Fritz Trautwein und Hermann Zeiss.

Wer heute in dem Viertel spazieren geht,  findet abseits der Grindelallee schnell (relative) Ruhe. Die zwölf Häuser sind in Reihen parallel und versetzt gruppiert. Wenig Straßen, dafür Spazierwege, die nur von Fußgängern und Radfahrern bevölkert sind. Charakteristisch sind die gelben Klinkerfassaden, viel Grün zwischen den Häusern (mit einer Reihe von Skulpturen). 1947 wurde das ursprüngliche Wohnprojekt für die britischen Besatzungssoldaten eingestellt, als die Briten und Amerikaner die Bi-Zone gründeten und Verwaltungseinrichtungen verlagert wurden. Das angefangene Projekt wurde an den Hamburger Senat übergeben, der nach damals recht modernen Standards weiterbaute. In den Erdgeschossen der Häuser   finden sich Geschäfte und Restaurants. Positiv wirkt auch heute noch das viele Grün und der eingeschränkte Verkehr. Die Nachbarschaft zum Villenviertel in der Brahms- und Parkallee kommt dem Betrachter durchaus organisch, die erste Hamburger Grünanlage, der Inocentia-Park als Ziel für Spaziergänge, sogar reizvoll vor. Kurz: diese Hochhäuser kommen als Wohnadresse durchaus infrage.

Gibt es Ähnlichkeiten zu den WBS-70-Neubaugebieten in der früheren DDR? Nein - dort wurde schneller und (wahrscheinlich) auch billiger gebaut. Auch Viertel wie München-Neuperlach oder München-Hasenbergl wirken anders; und in Hamburg gibt es Quartiere, die "billiger" und damit seelenloser daherkommen.

Attraktiv ist an den Häusern die Nähe zur Uni, zur Außenalster, die schnell erreichbare Innenstadt (U-Bahn und Bus in Fußwegnähe). Historische Pläne zeigen übrigens, dass das Viertel vor dem Krieg sehr viel enger bebaut war. Erstaunlich bleibt: Recht kurz nach dem Krieg, nach schrecklicher Zerstörung und Katastrophe, wurde Neues gewagt. Dass die Häuser heute unter Denkmalschutz stehen, ist eine richtige Entscheidung.


Hafencity: Gut, schön und sicher auch teuer

Ein Blick auf die Hafencity vom Juni 2009.

Und ein zweiter, ein halbes Jahr später.

Interessante
(und teilweise verwendete)
Literatur
:

Links, Websites, Artikel: (Auswahl):