Hamburger Schaufenster

Auch die Laeisz-Halle kommt immer mal wieder als Kulisse vor. Als ich im Januar 2010 dieses Bild machte, war es wirklich kalt, vielleicht kann man es am Himmel ja sogar sehen . . .


 

Hamburg medial: Ein Blick ins Merian-Heft

MERIAN Hamburg, November 2008,  7,95 €, www.merian.de
 

Die Elbphillharmonie auf dem Titel. Wer sich ein bisschen in Sachen Hamburg einlesen will, ist mit dem Merian-Heft nicht allzu schlecht bedient. 210 Seiten über die schönste Stadt der Welt, das hat schon was. Skizzen stellen sehenswerte Kleinigkeiten zum Auftakt mit Kurzmeldungen und (zu kleinen) Bildern vor. Eine große Bilderstrecke zeugt allerlei Sehenswertes. Klar ist auch, dass sich ein Kollege äußert, der anderswo leben muss. Ein Stück zur Elbphilharmonie kann natürlich nicht auf neuere Entwicklungen (alles soll teurer werden) eingehen. Die Hafencity darf natürlich auch nicht fehlen. Auch auf den eigenen, 60. Geburtstag geht das Heft ein. Der Hafen ist Thema, das Schanzenviertel, Winterhude - und andere Stadtteile. Es geht um die Wirtschaft (Kaffee!), Olli Dittrich (wo ist der eigentlich affbläben?), Einkaufen - und noch viel mehr. Wir haben erst die Hälfte des Blatts beschrieben - es ist schön zum Schmökern, Querlesen, Anschauen. Und als Vorbereitung, hinzufahren. Kurz: Kein rausgeschmissenes Geld.


Hamburg im Fernsehen

eine kleine Serie zur schönsten Kulisse, die ich mir vorstellen kann

Es ist schon beinah witzig, wie die verschiedenen Drehorte durch die Hamburger Serien wandern. Uni, der Hafen sowieso, die Laeisz-Halle - alles ist immer irgendwie schon mal da gewesen. Und fast ist es, als schauten sich die Macher der verschiedenen Serien gegenseitig zu. Wetten dass?

1. Stubbbe: "Von Fall zu Fall" (ZDF, unregelmäßig samstags)

Vielleicht ist dies die sympatischste Figur des Wolfgang Stumph, und vielleicht "Von Fall zu Fall" die am wenigsten Hamburg-typische Serie, die dort spielt. Der still-melancholisch wirkende "Ost-Kommissar" ermittelt im Westen. Beharrlich bürstet da einer gegen den Strich, tauscht möglichst oft den Dienstwagen gegen das Fahrrad ein, denkt offenkundig nicht allzu sehr in den vorbereiteten  Polizeiklischees á la "Wo ist die Tatwaffe. . ." und "Er hat ein Motiv, ist verdächtig!" Kurz: Es menschelt auf eine angenehme Weise.

Klar, die Pflichtbilder kommen auch hier: St. Pauli-Landungsbrücken, Wasser, wohin das Auge blickt. Es gibt - wie in den anderen Hamburg-Serien auch - Fahrten durch die Stadt, Szenen, die nach Speicherstadt und anderem förmlich "riechen".

Gewiss, wer hier und dort schon über Polizeiliches berichtet hat, weiß, dass Gewaltverbrechen nicht so häufig sind, wie uns die Krimiwelt glauben machen will. Letztlich gehts auch immer wieder um andere Fragen: Wie - in der letzten Folge am 19.12. - kommen Familien damit klar, wenn Alzheimer einfällt und nicht nur die Betroffene in Anspruch nimmt? Nebenbei auch noch: Soll eine Jungjournalistin (Stumphs Tochter spielt bekanntlich dieselbige) im Zweifel den Stift wegschmeissen und eingreifen, wenn einer seine Frau verprügelt? (Ja, was denn sonst?)

Kurz: "Stubbe" ist, mindestens, sehenswert. Wer sich informieren will: Hier ist der offizielle Auftritt.

2. "Großstadtrevier", montags 18.50 (ARD) - Wiederholungen in den Dritten

Es sind Originale: Jan Fedder, der immer nur sich selber spielt, mit wechselnden Kolleginnen. Dazu gibt es zwei Zivilfahnder: Maria Ketikidou & Till Demtröder. Es sind die Geschichten der kleinen Leute: Exknacki hat Sensucht nach dem Knast und verliebt sich in die Pfandleiherin, die er eigentlich ausbaldowern will. Innendienstler Peter Heinrich Brix stolpert durch einen Bewerbungsreigen zukünftiger Zivilfahnder, sekundiert von Jungkollegin Sophie Moser. Weil Fedders Kollegin einen kapitalen Fehler macht, kehrt eine ihrer Vorgängerinnen (Dorothea Schenk) zurück auf den Schirm und in die Serie. Auch Kauz Brix geht.

Es soll sogar in Hamburg Lebende geben, die die Serie anschauen..Kurz: Schön zu sehen, und gut auch, wenn Hamburg weit ist. Hier ist der offizielle Webauftritt.

Im Augenblick (März 2010) werden alte Folgen wiederholt.

3. "Bella Block", (ZDF), unregelmäßig samstags

Sie fährt ein schwarzes Käfercabrio und ist mit einem Professor zusammen. Ab und an treffen sich die beiden auf dem Campus der Hamburger Universität (der erkennbar getroffen ist). Die aktuelle Geschichte am 2. Januar 2010 zeigte, wie schnell die Polizistin selbst in ihr eigenes Visier geraten kann, wenn sie auf einer Party zu tief ins Glas schaut und sich nicht mehr wirklich erinnern kann, was passiert ist. Die Abhängigkeit Liebender, die gefährliche Abhängigkeit des Reichtums und der sich daraus ergebende Wirrwarr an Fallstricken - aus solchem Material sind die Drehbücher gestrickt. Klar, dass es auch hier mal durch die Alsterarkaden geht und ein Mordversuch um die Ecke neben dem Rathaus passiert (was einem doch ein wenig unwahrscheinlich vorkommt). Dennoch: Die späte Wiederholung am Samstag konnte ich nicht wirklich abbrechen. Nicht versäumen - inzwischen hier informieren.

4. Die "Pfefferkörner",  samstags 15.00 Uhr (Kika)

Von Clara Maria Timm

"Die Pfefferkörner" ist eine Kinderserie, die in Hamburg spielt. Eigentlich sie es ja manchmal schon ein richtiger Krimi. In diesem „Krimi’’ spielen fünf  Kinder,  die sich Pfefferkörner nennen. Vivi – eine von den alten Pfefferkörnern (Aglaja Brix), Paul (Lukas Decker), Panda (Tim Patrick Chan), Jojo (Carlotta Cornehl) - sie ist die adoptierte Schwester von Vivi - und Katja (Jana Formenko). Sie ermitteln immer in Fällen, die sich vom Zoll-Mitarbeiter Uli erfahren - eigentlich immer zufällig.Ihr Quartier ist in Hamburg in der Speicherstadt im Gewürzlager Overbeck & Consorten (deswegen nennen sich die Kinder auch Pfefferkörner), die Eigentümer sind Vivis und Jojos Eltern. Während den Fällen ist auch Liebe mit im Spiel.

Und hier ist der offizielle Webauftritt.

(Leider derzeit nicht im Programm . . .)

5. "Notruf Hafenkante", donnerstags 19.25 (ZDF)

Die Wache kann man sehen, wenn man in Hamburg durch die Speicherstadt fährt. Aber sie ist fiktiv. Zwei Streifenwagenbesatzungen ermitteln in Zusammenarbeit mit ihrem Chef (Peer Jäger) und manchmal auch den Notärzten vom UKE in kleinen Kriminalfällen des alltäglichen Lebens. Immer wieder menschelt es - verlieben sich die Akteure, versuchen dann, wenn sich Kinder einstellen, sie mit dem Beruf unter einen Hut zu bringen. "Für's Auge" sind Polizistinnen (Sanna Englund und Rhea Harder) dabei, ein bisschen hamburgisch trocken geht es auch zu - und dann und wann jagen die schicken Streifenwagen über die Hamburger Großstraßen. Klischees werden gegen den Strich gebürstet: Der "Anfänger" (Matthias Schloo) hat die beste Spürnase. Auch hier hat sich längst der Mainstream aus anderen Serien, dass gesunder Menschenverstand, ein bisschen Herzlichkeit und menschliches Verhalten manchmal sinnvoller sind als Paragrafenreiterei, durchgesetzt. Dass zeitweise ein Bayer (Christian Tramitz) mitspielte, wirkte ein bisschen bemüht - ansonsten nett anzusehen, wenn Hamburg nicht um die Ecke liegt. Mehr zur Serie gibt es hier.

Und Bilder vom Set hier.

6. Die "Rettungsflieger", samstags 19.25, ZDF

Natürlich kommt die Versuchung zu sagen, die Rettungsfliegerei der Bundeswehr sei deren einzig sinnvolle Beschäftigung, schnell. Aber das ist zu einfach. Der SAR 71 jedenfalls zieht über Hamburg seine Kreise, die Ärztin ist weiblich und fliegt gemeinsam mit drei Männern. Und das recht häufig (ich habe einen Rettungshubschrauber in Hamburg nicht so oft gesehen). Die Geschichten drehen sich um Alltagskrisen, Hierarchien, Krieg und Frieden. Sehr schöne Hamburg-Aufnahmen aus der Luft, nicht allzu viel blödes Militärdeutsch. Der Name der Kiste scheint kein Zufall zu sein, der Webauftritt der Serie ist hier.

7. "Nachtschicht", ZDF

Natürlich, so eine Stadt wie Hamburg passt auch als Kulisse für eine Krimireihe, die nachts spielt. Ich finde die KDD-Filme ein wenig brutal - andererseits war die Folge, die ich am 12.7.2010 zu großen Teilen gesehen habe, gut erzählt. Jungs, die sich bewaffneten, Lehrer, die einen aussichtslosen Kampf kämpften. Demnächst mehr dazu.

8. "Der Dicke" (derzeit wohl nur im Dritten/NDR/SWR, genau wie Tatort-Wiederholungen)

Ähnlich wie die alten NDR-Tatorte mit dem Duo singenden Duo "Stöver/Brockmöller" kann man hin und wieder auch Folgen von "Der Dicke" im Dritten entdecken. Vielleicht ist diese Serie mit Dieter Pfaff die am wenigsten Hamburg-typische? Hübsch und angenehm ist, wie das Serienklischee gegen den Strich gebürstet wird - also der Anwalt eben nicht als Paragraphenschleuderer, sondern als Mensch erzählt wird. Der seine Menschlichkeit wohl vor allem daraus gewinnt, dass er an sich selbst leidet (und es sich eingesteht, im Unterschied zu vielen anderen). Sehr sehenswert.

Über WORTVISION:

WORT = Mit Texten in Tageszeitungen, Zeitschriften, für Nachrichtenagenturen und Onlineportale verdiene ich einen Teil meines Geldes. VISION = Bilder sind nicht nur eine notwendige Ergänzung, sie vertiefen und verstärken das Gelesene. Sie fordern zum wiederholten Hinsehen, Bedenken, Überlegen - vielleicht sogar zum Widersprechen -  auf. Ein thematischer Schwerpunkt ist Hamburg, weitere liegen auf Kultur und Eisenbahn. WORTVISION gibt einen Überblick über diese Arbeit und will Lust auf mehr machen.




Neuigkeiten:

HIER finden Sie ein erstes, kurzes Stück zu einem Hamburg-Heft. Das nächste Hamburg-Heft liegt hier. Wortvision wird interaktiv. Es gibt einen Blog.


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